Fussballer helfen Ruanda
Fussballer helfen Ruanda

Unser Start

Als wir Fußballer im Spielkreis Mosel im Jahre 1995 "75 Jahre Fußball" und "25 Jahre Spielkreis Mosel" feierten, stellten wir unsere Feierlichkeiten ganz unter das Motto: Sportler helfen Sportlern in Ruanda, dem Partnerland von Rheinland-Pfalz.

Bei unseren Aktionen und vielen Aktionen der Vereine kamen damals 5250 DM zusammen. Sie ermöglichten den Fußballern des Spielkreises Mosel mehrjährige Patenschaften für fünf Kinder.

Alois Stroh, Fußballer, Trainer und Mitglied im Vorstand des Fußballkreises Mosel ist vom 26. November bis 8. Dezember 2001 erstmals als Fußballtrainer in Ruanda bei einem Ausbildungslehrgang, der vom Landessportbund Rheinland organisiert ist. Bei einem Projektbesuch mit dem Koordinationsbüro des Landes Rheinland-Pfalz lernt er ein Heim für behinderte Kinder, unweit der Hauptstadt Kigali, kennen. Hier fehlt es an allem: Nahrung, Medikamente, medizinische Betreuung. Das Wasser wird täglich über viele Kilometer von den Schwestern herangeschleppt und, und, und ...

"Da müssen wir helfen", sein spontaner Entschluss damals. Gemeinsam mit seinem Vorstands-Kollegen Klaus Schmitz organisiert er seither die Hilfe. Das Kinderheim wird Patenkinderheim der Fußballer im Spielkreis Mosel.

Unser Patenkinderheim Inshuti Zacu liegt ca. zehn Kilometer von Kigali entfernt und gehört noch zum Einzugsgebiet der Hauptstadt. Bis zu 40 schwer, meist mehrfach behinderte Waisen-Kinder werden hier von den Schwestern des Ordens „Amies des Pauvres“ (Freundinnen der Armen) betreut. Die katholische Schwesterngemeinschaft ist noch recht jung. Sie wurde 1986 von einheimischen Frauen gegründet. Gründerin war Schwester Catherine.  Die Schwesterkongregation ist in Ruanda einzigartig, da sie jungen Frauen ermöglicht, in das Noviziat einzusteigen ohne vorher einen akademischen Studiengang abgeschlossen zu haben. Die Schwestern kommen aus armen Familien.

Heute gehören 100 Schwestern und 40 Anwärterinnen dem Orden an. Die Schwestern teilen das schwierige Leben der armen Bevölkerung des Landes. Sie leben in 19 örtlichen Schwesterngemeinschaften zusammen mit jeweils vier bis acht Kindern. Außerdem betreuen sie Kinder in drei Waisenhäusern. In einem dieser Häuser leben nur behinderte Kinder (das ist unser Paten-Kinderheim in Gahanga).

Unsere Paten übernehmen die Kosten für die Ernährung und medizinische Betreuung; Rollstühle, therapeutische Hilfsmittel werden angeschafft. Kühe und Kaninchen werden gekauft und helfen mit der Bebauung des Landes bei der Ernährung. Die Wasserversorgung ist dank der großzügigen Spende der Radler (unter der Leitung von Eddy Linden fahren im Jahre 2009 mehr als 50 Radler von Wittlich nach München und sammeln über 20.000 €) vor Ort möglich. Die Einrichtung wird vergrößert und ein neuer Schlafsaal eingerichtet.

Stationen unserer Hilfe 

2001 - 2006

Die Verbesserung der Ernährung und die medizinischen Hilfe ist die erste große Aufgabe, die wir angehen. Die Kuh mit Kälbchen ist unsere erste „große Hilfe“.

2007 – 2009

Freiwillige aus dem Bistum Münster verbessern die Betreuungssituation. Sie versuchen auch schulische Aspekte mit einzubringen. Die „Benefizradler“ mit Eddy Linden erradeln auf ihrer Tour nach München mehr als 20.000 Euro, mit denen die Wasserversorgung optimiert wird.

2010 – 2012

Birgit Heinloth, Dipl. Soz. Päd. vom SES (Senoir Experten Service) ist für eine Organisationsberatung mit Schulung der Schwestern in unserem Patenheim. Ein Erweiterungsbau, von einer holländischen Hilfsorganisation erbaut, wird neu belegt (u.a. mit neuen Schlafräumen).

Ein 1,5 Hektar großes Feld wird mit Mais angebaut. Das Projekt sichert die Ernährung der Hühner und bietet Eltern und Schwestern ein gemeinsames Betätigungsfeld.

Das Heim wird an die landeseigene Stromleitung angeschlossen

Ausbildung der Schwestern: Die aus ärmsten Familien kommenden Schwestern erhalten durch entsprechende Schulung die Möglichkeit, gezielt auf ihre Aufgaben mit behinderten Kindern vorbereitet zu werden. Schwester Anastasie erhält eine Universitätsausbildung.

Klaus Schmitz und Alois Stroh werden mit einer Delegation des Landes Rheinland-Pfalz von der Botschafterin des Landes Ruanda in deren Residenz in Berlin empfangen

2013

Die Hühnerzucht wird Dank unserer finanziellen Hilfe ausgebaut. Mit dem Einkommen soll die finanzielle Situation des Heimes verbessert werden.

Im Kreishaus in Wittlich präsentieren wir die Ausstellung "Blickpunkte Ruanda heute" - 30 Jahre Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda und "Inshuti Zacu - Patenkinderheim der Mosel-Fußballer"

2014

Bei seinem Besuch (Ende 2014) stellt Alois Stroh fest: "Unser Patenkinderheim ist gut aufgestellt"!

12 Nonnen, 6  Postelantinnen (Schwestern in Ausbildung), 4-5 Helfer (Arbeiter für Ställe und Feld) betreuen die z. Zt. 34  Kinder. 1500 Hühner legen pro Tag bis zu 1000 Eier, die je Ei 7 Cent Einnahmen bringen.  4 Kühe, 40 Hasen, 3 ha Mais, 2 ha Bohnen und 1 ha Bananen und Gemüse sind eine sehr gute Grundlage für die Ernährung des Heimes.

Zukünftig wollen die Moselfußballer das nahegelegenen Blindentrainingszentrum Masaka Resource Centre for Blinds (Zentrum für Blinde) mit unterstützen, auch um für die blinden Heimkinder eine weitere Unterstützung zu ermöglichen. Erstes Hilfsangebot der Moselfußballer ist die Finanzierung einer Hühnerzucht.

2016

Wie in den Jahren zuvor, war Alois Stroh auch jetzt wieder in Ruanda. Er konnte viel Erfreuliches feststellen. Vor allem in der Betreuung der Kinder hat sich viel zum Positiven verbessert. Zwei Schwestern sind speziell ausgebildet worden, ein Physiotherapeut und eine Lehrerin wurden eingestellt. Die von uns mitfinanzierte Hühnerzucht ist sehr erfolgreich. Pro Tag werden etwa 2100 Eier produziert und komplett verkauft. Sein Fazit: „Das Heim hat in dem zurückliegenden Jahr eine positive Entwicklung gemacht, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Aus unseren Spendengeldern wurde in diesem Jahr aktuell das Hühnerprojekt mit 4.322,51 Euro unterstützt; zusätzlich wurden Futter- und Trinknäpfe für 550,66 Euro finanziert.

 

Und so geht es weiter